Ferðafólk

Die Rus und Waräger

Auf den Spuren der Nordmänner im Osten

Während skandinavische Seefahrer im Westen Europas die Küsten Englands und Frankreichs erreichten, führte ein anderer Weg weit nach Osten. Über die Ostsee gelangten Händler, Krieger und Reisende in die Flusslandschaften Osteuropas. Wolga und Dnepr verbanden den Norden mit dem Schwarzen und Kaspischen Meer, mit Konstantinopel und der islamischen Welt. In den historischen Quellen begegnen uns diese Menschen als Rus, Rhos und Waräger.

Doch wer waren sie wirklich?

Die Rus waren nicht einfach „Wikinger in Russland“. Skandinavier trafen auf slawische, baltische und finno-ugrische Bevölkerungen, handelten mit ihnen, ließen sich nieder und übernahmen gegenseitig kulturelle Einflüsse. Aus diesen Begegnungen entwickelten sich Handelszentren, neue Gemeinschaften und schließlich politische Herrschaftsgebiete.

Diese Artikelreihe folgt ihrer Geschichte vom 8. bis zum 11. Jahrhundert, von den frühen Spuren in Ladoga über die großen Handelswege und Kiew bis nach Konstantinopel. Zeitgenössische Berichte von Franken, Byzantinern und arabischen Reisenden werden dabei mit archäologischen Funden zusammengeführt.

Wir betrachten ihre Reisen und ihren Handel ebenso wie Kleidung, Bewaffnung, Alltag, Religion und Bestattung. Auch bekannte Überlieferungen und Legenden werden danach gefragt, was sich davon historisch tatsächlich nachweisen lässt.

Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen historisch belegt, wahrscheinlich und plausibel rekonstruiert.

So entsteht kein starres Bild „des Warägers“, sondern die Geschichte einer Welt zwischen Skandinavien, Osteuropa und Byzanz. Lasst euch mitnehmen auf eine Reise in eine faszinierende Welt, auf den Spuren der Rus und Waräger, durch eine Zeit voller weiter Reisen, fremder Kulturen und großer Veränderungen.